Peloponnes

peloponnes bei nacht
Peloponnes bei Nacht

Die Halbinsel an der Südwestküste von Griechenland gilt als Kulturstätte und wird als solches natürlich die Urlauber anziehen, die sich zur griechischen Kultur hingezogen fühlen. Der Peloponnes ist nur durch den Kanal von Korinth vom griechischen Festland getrennt. Rund 1 Mio. Einwohner leben auf dem Peloponnes.

Trotz der vielen kulturellen Highlights sollte man allerdings nicht die wunderschöne und vielfältige Landschaft vergessen, denn wir auch auf anderen griechischen Inseln, findet man hier einige gebirgige Gegenden, dann natürlich die verschiedensten Täler und traumhaft schöne Badestrände.
Der erste Teil des Namens stammt übrigens von der griechischen Sagengestalt Pelops ab, während der zweite Teil ins deutsche übersetzt „Insel“ bedeutet. Zusammengesetzt als könnte man Peloponnes als „Pelops Insel“ deuten.

grichische frau Der Isthmus von Korinth ist eine gut 6 km breite Landenge, die Peloponnes mit dem Festland verbindet. Durch den künstlichen geschaffenen Kanal von Korinth bezeichnet man den Peloponnes als Halbinsel, geographisch gesehen dem Balkan zugeteilt.

Peloponnes

peloponnes bei nacht
Peloponnes bei Nacht

Die Halbinsel an der Südwestküste von Griechenland gilt als Kulturstätte und wird als solches natürlich die Urlauber anziehen, die sich zur griechischen Kultur hingezogen fühlen. Der Peloponnes ist nur durch den Kanal von Korinth vom griechischen Festland getrennt. Rund 1 Mio. Einwohner leben auf dem Peloponnes.

Trotz der vielen kulturellen Highlights sollte man allerdings nicht die wunderschöne und vielfältige Landschaft vergessen, denn wir auch auf anderen griechischen Inseln, findet man hier einige gebirgige Gegenden, dann natürlich die verschiedensten Täler und traumhaft schöne Badestrände.
Der erste Teil des Namens stammt übrigens von der griechischen Sagengestalt Pelops ab, während der zweite Teil ins deutsche übersetzt „Insel“ bedeutet. Zusammengesetzt als könnte man Peloponnes als „Pelops Insel“ deuten.

grichische frau Der Isthmus von Korinth ist eine gut 6 km breite Landenge, die Peloponnes mit dem Festland verbindet. Durch den künstlichen geschaffenen Kanal von Korinth bezeichnet man den Peloponnes als Halbinsel, geographisch gesehen dem Balkan zugeteilt.

Reisebericht Peloponnes

www.akweltenbummler.com

Im Rahmen unserer 5-wöchigen Rundreise durch Griechenland nahm der Peloponnes, die große Halbinsel im Süden des griechischen Festlandes, eine besondere Rolle ein. Durch den Bau des Kanals von Korinth hat es heute zwar den Anschein, als sei der Peloponnes eine Insel, aber dem ist nicht so. Obwohl schon seit Jahrtausenden angedacht, wurde die Durchstechung des Isthmus bei Korinth, der einzigen Landverbindung des Peloponnes mit dem Festland, erst 1893 vollendet. Bis dahin zog man die Schiffe über eine gepflasterte Bahn von einem Golf in den anderen. Das Interessanteste an dem Kanal sind dessen Wände. Sie sind glatt wie Beton und man kann ganz deutlich die Gesteinsschichten sehen, die sich hier und dort auch einmal gegeneinander verschieben.


Viele antike Stätten, eine abwechslungsreiche Landschaft und die Küsten machen den Peloponnes zu einem hervorragenden Ziel in Griechenland. Man sollte seine Tour jedoch entgegen der Uhrzeigerrichtung von West nach Ost aufbauen, um die antiken Stätten nach der aufsteigenden Reihenfolge ihrer Attraktivität zu besuchen.


Olympia, im Westen des Peloponnes gelegen, wäre demnach das erste Ziel. Das heutige Olympia ist ganz dem Tourismus geweiht. Da fährt man lieber durch die üppig grüne Landschaft weiter, bis zum antiken Olympia. Die Menschen damals wussten schon, wo es schön ist. Die Ausgrabungsstätte von Olympia selbst ist jedoch wenig attraktiv. Es steht kaum noch etwas, alles liegt in Trümmern verstreut auf dem Gelände herum. Dafür sorgte ein verheerendes Erdbeben vor fünfhundert Jahren, welches ganz Griechenland erfasste und die letzten Reste der antiken Gebäude Olympias zerstörte. Restauratoren stecken inzwischen viel Arbeit in die Rekonstruktion der Anlage. So lassen erste Säulen z.B. des Hera-Tempels sowie in den Unterkünften der Sportler erahnen, welche Pracht in Olympia einmal herrschte. 


Die zweite wichtige Ausgrabungsstätte liegt im Osten des Peloponnes. Nördlich des heutigen Mykene findet man auf einem Hügel die archäologische Stätte des antiken Mykene. Die Stadt wuchs über Jahrtausende und bildete mit dem nahegelegenen Argos ein Machtzentrum. Wenn man auf den Hügel klettert, passiert man das berühmte Löwentor mit dem Wappen der Mykener, zwei sich ansehende Löwen, kurz darauf steht man an einem Grabrund mit sechs ausgehobenen Gräbern. In einem dieser Gräber ist die noch berühmtere goldene Maske des Agamemnon gefunden worden.


Über weitere, mal hier und mal da erhaltene Stufen eroberten wir den Berg und hatten von dort oben eine fantastische Rundsicht auf die Ebene von Argos und die Hügellandschaft rundherum. Am Horizont konnten wir die Bucht von Nauplia erkennen.


Am hinteren Ende des Hügels endet das archäologische Feld mit der Zisterne. Es ist eine gigantische Anlage, wenn man bedenkt, dass jeder Stein, und die sind teilweise mächtig, hier herauf geschleppt werden musste. Man schreibt den Bau dieser Anlage sogar den Zyklopen zu, daher der Namen Zyklopenmauerwerk, auch bei uns ein Begriff.


Unterhalb der Festung befinden sich weitere Gräber, drei Kuppelgräber und ein königliches Grab herkömmlicher Art. Wir konnten ob dieser Anlage nur staunen.


Fünfhundert Meter vom antiken Mykene entfernt steht das „Schatzhaus des Atreus“, ein besonders großes Kuppelgrab mit einer hervorragenden Akustik.


Zwischen Mykene und Korinth liegt das antike Epidaurus, wieder in einer herrlichen Landschaft, mitten im Grünen. Das heutige Alt-Epidaurus liegt ein Stück weiter am Meer. Die archäologische Ausgrabungsstätte Epidaurus übertrifft Olympia und Mykene in Sachen Attraktivität. Auf dem großen Gelände findet sich das bekannteste und besterhaltene aller antiken Theater. Es soll eine unübertroffene Akustik haben und bietet zwölftausend Leuten Platz. Jedes Jahr im Sommer finden Aufführungen eines antiken Dramas statt.

Unterhalb des Theaters erstreckt sich das Gelände des Heiligtums, das dem Gott der Heilkunst und Sohn des Apollon, Askeplios geweiht war. Die Geschichte sagt, dass Zeus Askeplios mit seinem Blitz tötete, weil der in seiner Vermessenheit den Tod nicht achtete und Tote wieder zum Leben erweckte.


Heute sind die Reste dieser Anlage ausgegraben und es wird sogar versucht, sie teilweise wieder aufzubauen. Die gefundenen Statuen, Gerätschaften, Fresken und Giebel der Tempel sind im Museum ausgestellt.


Alle anderen antiken Stätten auf dem Peloponnes stellt die archäologische Ausgrabungsstätte Korinth in den Schatten, weil sie größer und interessanter ist. In Alt-Korinth sind die Reste eines Marktplatzes mit Lager- und Verkaufshallen drum herum zu sehen. Dieser Marktplatz ist die sogenannte Agora, auf der sich das politische und wirtschaftliche Leben abspielte. Eine mit Marmorplatten gepflasterte Straße führt dorthin. Dazu gibt es einen Wassertempel, eine Basilika und ein Badehaus. Der beeindruckendste Teil Korinths jedoch ist der Apollon-Tempel, von dem noch sieben gewaltige Säulen stehen. Auf einem benachbarten Tafelberg sind die Ruinen von Akrokorinth zu erkennen. Es war die Festung Korinths, die die unter ihr liegende Stadt schützen sollte.


Mit Hilfe von Faltblättern, welche an fast allen archäologischen Stätten in Griechenland zu bekommen sind, ist es möglich, den Grundmauern und Ruinen ein Gesicht zu geben und sich das frühere Leben hier vorzustellen. Wo in aller Welt hat man schon so viel offenliegende Geschichte vor sich?


Aber der Peloponnes hat wie gesagt noch viel mehr zu bieten. Im Westen bei Limni Kyllini befinden sich Schwefelquellen in einem Eukalyptuswald. An den übelriechenden Quellen mit milchig-grauem Wasser stehen ein römisch anmutender Tempel, ein größeres Badebecken sowie Reste einer römischen Badeanlage. Diese Anlage wurde also schon seit mindestens zweitausend Jahren betrieben.


Östlich von Kyllini, im Landesinneren gelegen, lockt die Grotte der fünfzehn Seen in Kastria. Die Höhle ist zwar gewaltig, aber doch nicht so beeindruckend, wie sie in  den Prospekten dargestellt wird. Da wird von fantastisch geformten, in allen Farben schimmernden Stalaktiten und Stalagmiten gesprochen, die sich in den Seen spiegeln, von Eiszapfen, erstarrten Katarakten und einem Bild von unwirklicher Schönheit. Wir konnten davon nur wenig wahrnehmen, im Gegenteil, wenn man nach oben sieht, ist die Decke ganz schwarz, wie verrußt und überall tummeln sich große Fledermäuse. Zum ersten Mal hörten wir Fledermauslaute, dieses Piepsen, welches sie zur Orientierung ausstoßen. In den Seen der Grotte fehlen nach dem Sommer zwei Meter Wasser, sie sind dann zu Tümpeln ausgetrocknet. Unserer Meinung nach strahlt diese Höhle eine eher herbe Schönheit aus.


Der Palast des Nestor bei Chora, nördlich von Pylos, ist ein weiteres Ziel. Chora ist eine einsam auf einem Hügel gelegene Stadt, an der anscheinend die Zeit vorbei geht. Das Leben hier läuft in Zeitlupe ab. In der Stadt gibt es ein archäologisches Museum, das die wertvollen Stücke der Ausgrabung des Nestor-Palastes, der sich in der Nähe befindet, beherbergt.


Der Palast des Nestor stammt aus mykenischer Zeit, 13. Jahrhundert vor Christus, und liegt herrlich auf einem Hügel mit toller Rundumsicht in totaler Ruhe. Nestor war der „weise König“, Kampfgenosse des Odysseus in Troja und Herrscher des „sandigen Pylos“, dem bedeutendsten Zentrum der mykenischen Welt.


Gleich neben dem Palast wurde eines der zahlreichen Kuppelgräber aus mykenischer Zeit ausgegraben, welches wir natürlich auch besichtigten. 


Auf dem Weg nach Pylos trafen wir auf drei weitere Kuppelgräber, die dem Erdboden entrissen wurden. Also, um die in der Landschaft zu finden, muss man schon ein geschultes Auge haben. Die Erde der Jahrtausende hatte sie vollkommen unter sich begraben.


Pylos ist ebenfalls eine Reise wert. Hinter der Bucht von Pylos breitet sich eine Lagune aus. Die ganze Gegend ist Naturschutzgebiet, in dem sich Reiher, Kormorane, wenn man Glück und Geduld hat sogar Chamäleons beobachten lassen. Flamingos und Karrett-Schildkröten soll es ebenfalls geben. Der schneeweiße einsame Strand von Pylos, mit glasklarem Wasser und Palmen, mutet wie ein Südseestrand an. Vor der Bucht liegt eine längliche Insel mit einem Felsentor darin. Uns gefiel es ausnehmend gut hier. Man sollte auch das schöne Städtchen mit dem Hafen nicht links liegen lassen.


Unser Weg führte uns nun quer durch das messinische Hochland, weiter über die netten Orte Kalamata und Kardamyli zur wunderschönen Bucht von Stoupa im Norden der Halbinsel Mani. Während uns bisher Olivenbäume, die uns soweit das Auge reicht begleiteten, wird es nun immer karger, steiniger und trockener. Schöne Buchten, raue Küsten und eine andersartige Architektur machen die Halbinsel Mani aus. Je weiter man in den Süden vordringt, umso mehr ist der sogenannte Festungsstil aktuell. Die Häuser und Hotels sind alle eckig gebaut und haben alle einen Festungsturm. Außerdem stehen die Dörfer alle auf einem Hügel, hoch über der Landschaft. Mani ist eben sehr eigenwillig.


Die Fahrt geht nun durch eine Berglandschaft weiter zur im Südosten gelegenen Stadt Monemvassia, mit Zwischenstopp in Githio, dem Hafen Spartas. Githio ist wie so viele griechische Hafenstädte sehr venezianisch. Von hier gibt es eine Fährverbindung nach Kreta und viele Kreuzfahrtschiffe legen in Githio an. Vor vielen Häusern hängen Oktopusse zum Trocknen auf der Leine. Vor der Stadt Monemvassia baut sich im Meer ein riesiger Felsen auf, der durch einen Damm mit dem Festland verbunden ist. Durch ein altes Stadttor betritt man das alte Monemvassia und eine andere Welt. Es eröffnet sich ein Blick in eine längst vergangene Zeit, nur das heute in den alten Häusern zwei Hotels, jede Menge Kunst- und Souvenirläden sowie Kneipen zu finden sind. Die Gassen sind sehr schmal, die Häuschen klein mit noch kleineren Fenstern, alles aus Naturstein.


Oberhalb der alten Stadt findet man die Grundmauern der alten Festung von Monemvassia. Zuerst belebten die alten Griechen diese Mauern, später kamen die Byzantiner und nach ihnen die Venezianer. Über die Jahrtausende spiegelglatt geschliffene Basaltsteine pflastern den Weg nach oben. Immer wieder eröffnen sich schöne Ausblicke auf die Altstadt, die Küste und das Meer.


Auf dem weiteren Weg an der Ostküste nach Norden kamen wir durch eine grandiose Bergwelt. Berge, Berge und dazwischen tiefe Schluchten. Zum Teil sind tausend Meter Höhenunterschied auf kürzester Strecke zu bewältigen. Mehrere Male hielten wir an, um die Schönheit dieses Gebietes in uns aufzunehmen. Kurz vor Leonidio klebt ein kleines, weiß getünchtes Felsenkloster an einer senkrechten Bergwand.
Herrliche Buchten, wie die von Agios Andreas, einsame kleine Strände und das strahlende Blau von Himmel und Meer sind nun ständige Begleiter.


Nauplia ist wohl der schönste Hafen des Peloponnes. Ein Stadtbummel führt durch winzige Gassen. Die Balkone der Häuser sind mit Unmengen von Grünpflanzen und Blumen geschmückt und die Kneipen laden zum Verweilen ein. Irgendwann erreicht man den schicken Hafen. Genauso wie überall reihen sich Restaurants und Cafés wie an einer Schnur auf. Mitten in der Bucht liegt die kleine Felseninsel „Burtzi“, dahinter ist eine Bergkette zu sehen. Über dem Ganzen thront auch hier eine große Festung, die Promenade bekommt durch die großen Palmen ein tropisches Ambiente.


Ist man mit dem Auto auf dem Peloponnes unterwegs, kann so manche Überraschung entlang des Weges warten. Auf den Karten sehen die Straßen durch die Bergwelt des Landesinneren wie gute Fernstraßen aus. Schnell stellen sich diese jedoch als endlos heraus. Sie führen dreimal um jeden Berg herum, einmal hoch, dann wieder herunter. Schneller als fünfundvierzig Kilometer die Stunde sind da kaum drin.


Unterwegs trafen wir auf eine alte Frau, irgendwo im Nirgendwo am Straßenrand. Sie verkaufte Weintrauben und Kaktusfeigen, die sie am Wegesrand gesammelt hatte. Nachdem wir das Geschäft abgeschlossen hatten, interessierte sie sich für meine Kleidung. Sie hätte am liebsten alles, was ich trug, gegen Kaktusfeigen und Weintrauben eingetauscht.


Hin und wieder trifft man auf Eremiten, die mit ihren Ziegen oder Schafen in ärmlichen Hütten oder gar in Felshöhlen leben.
In abgelegenen Tavernen darf man sich schon einmal in der Küche über das Angebot informieren, bevor man etwas bestellt. Die griechische Küche ist sehr lecker, griechischer Bauernsalat ist überall zu haben.


Auf den Peloponnes kamen wir per Fähre, verlassen haben wir ihn über den Kanal von Korinth. Nachdem wir uns den Kanal von der Brücke aus angesehen haben, wollten wir den Eingang nun auch von unten sehen. Von der Stadt Istmia aus kann man den Kanal von Korinth aus einer anderen Perspektive bewundern. Irgendwie sieht das Ganze von unten gar nicht mehr so gewaltig aus. Gern hätten wir ein Ausflugsschiff durch den Kanal fahren sehen, aber im Herbst stehen die Chancen dafür  schlecht.